Ehrenamtliche Helfer sorgen für Lebensqualität bis zum Schluss

MKO-Stiftung unterstützt Hospizarbeit mit 5.000 Euro

Büdingen, Dezember 2013. Pfarrerin Erni Stock-Hampel, Vorsitzende der Hospizhilfe Büdinger Land, freute sich Anfang Dezember über eine Spende von 5.000 Euro. Übergeben wurde der Spendenscheck von Jens Pröscher und Manfred Bress vom Vorstand der Main-Kinzig-und Oberhessen-Stiftung für die ehrenamtliche Arbeit der Hospizhilfe.

„Die Hospizhilfe Büdinger Land ist ein ambulanter Hospizdienst, der für Büdingen und Umgebung zuständig ist“, erklärte Stock-Hampel. „Wir haben 20 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die schwerstkranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen zuhause oder in Alten- und Pflegeheimen begleiten. Auch im Mathilden-Hospital in Büdingen haben wir ein Begleitungszimmer eingerichtet. Familienangehörige können in diesem Zimmer mit übernachten. Es ist angenehm und in warmen Farben eingerichtet. Unsere Ehrenamtlichen arbeiten mit einem hohen persönlichen Engagement und investieren sehr viel Zeit - Zeit zum Reden, Schweigen, Entlasten, Unterstützen und Dasein. Sie nehmen dafür kein Geld, unsere Begleitungen sind kostenfrei“, so Stock-Hampel.

(v.l.n.r.) Manfred Bress, Vorstand der Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung, Pfarrerin Erni Stock-Hampel, Vorsitzende der Hospizhilfe Büdinger Land und Jens Pröscher, Vorstandsvorsitzender der MKO-Stiftung, bei der Scheckübergabe im Mathilden Hospital.

Regelmäßige Weiterbildung für Hospizmitarbeiter notwendig

Die ehrenamtlichen Helfer der Hospizhilfe tragen eine große Verantwortung. Die emotionale Belastung ist sehr groß. Denn „Sterben, Tod und Trauer“ sind noch immer Tabu-Themen, die viele Menschen ausblenden. Doch Krankheit und Sterben gehören zum Leben dazu, sie lassen sich nicht planen. Sie sind plötzlich da, manchmal ohne Vorwarnung, sozusagen über Nacht. Die betroffenen Familien stehen unter Schock, gefangen in ihren Ängsten und mit vielen offenen Fragen, die nun in dieser schwierigen Lebenssituation zu besprechen sind. Die Hilfe von außen ist oft der einzige Ausweg.

Für die Arbeit der ehrenamtlichen Hospizhelfer sind regelmäßige Seminare zur Trauerverarbeitung, Selbstsorge und Hospizarbeit sowie persönliche Gespräche unentbehrlich. Die Kosten dafür trägt der Hospizverein. „Erst vor kurzem haben 18 Frauen und Männer ihre Hospizausbildung über einen Zeitraum von einem Jahr erfolgreich abgeschlossen. Sie machen nun ein Praktikum in unterschiedlichen Hospizen. Danach entscheidet sich, ob sie in unserem Verein als aktive Ehrenamtliche mitarbeiten möchten“, erklärte Stock-Hampel. „Momentan sind wir dabei, für die weitere Begleitung, Unterstützung und Fortbildung unserer Ehrenamtlichen eine Hospiz-Koordinationskraft einzustellen, die wir ebenfalls selbst finanzieren müssen.“ Für den Verein entstünden Kosten von rund 10.000 Euro jährlich, darin enthalten seien die Kosten für die Koordinationskraft, Versicherungen, Lehrgänge und Büroausstattung

MKO-Stiftung leistet Anschubfinanzierung

„Mit der Spende von 5.000 Euro leistet die Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung eine Anschubfinanzierung für dieses Vorhaben “, erklärte Bress. „Es ist enorm, was die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer für die schwerkranken Menschen und ihre Familien leisten, ohne Geld dafür zu nehmen. Gerade in unserer älter werdenden Gesellschaft gibt es immer mehr Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden und eine begrenzte Lebenserwartung haben“, so Bress weiter. „Das Engagement der Hospizhelfer ist nicht hoch genug einzuschätzen“, ergänzte Pröscher, Vorsitzender der Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung. „Die Hospizarbeit ist eine sensible und unbezahlbare Aufgabe mit Vorbildfunktion. Ein Engagement, das den Kern eines unserer Stiftungsziele trifft, nämlich die Lebensqualität älterer, behinderter und kranker Menschen in unserer Region zu verbessern. Es ist schön, dass wir uns heute gemeinsam mit der Hospizhilfe Büdinger Land für schwerstkranke Menschen in unserer Region engagieren können“, so Pröscher abschließend.