Elektroauto für Ehrenamtsagentur

BÜDINGEN - Büdingen (suk). Seit einigen Wochen verfügt die Ehrenamtsagentur "Aktiv in Büdingen" über ein neues Elektroauto. Menschen mit Behinderung, die am gesellschaftlichen Leben teilhaben möchten, Hol- und Bringdienste für Senioren, die nicht mehr so mobil sind, Hilfe bei der Erledigung von Einkäufen - die Einsatzmöglichkeiten für das neue Fahrzeug sind groß.

Ins Rollen gebracht hatte das Projekt "Fahrzeug für die Ehrenamtsagentur" Ruth Meiß, pensionierte Lehrerin des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums und Leiterin der Initiative "kleine Nachbarschaftshilfe". Nach dem Tod ihres Mannes hatte Meiß ein Fahrzeug übrig, das sie einem guten Zweck zukommen lassen wollte. Sie spendete das Auto der Ehrenamtsagentur. Schnell stellte sich heraus, wie nützlich ein solches Fahrzeug ist. "Gerade Menschen in den Stadtteilen nehmen unseren Fahrdienst gerne an, ebenso wie Alleinerziehende, die sich oftmals kein eigenes Auto leisten können", erklärte Dr. Udo Stern, Mitglied des Vorstandsteams der Ehrenamtsagentur. Er erläuterte, dass das Angebot keineswegs als Konkurrenz zu Taxiunternehmen zu sehen sei, sondern einzig und allein der Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen diene. So sei beim Einkaufen auch immer ein Mitglied der Ehrenamtsagentur dabei. Für manche Bürger sei dieses Angebot eine echte Erleichterung, betonte Stern.

 

Nachdem das Fahrzeug der Familie Meiß in die Jahre gekommen war und sich eine Reparatur nicht mehr lohnte, musste man sich nach einer neuen Lösung umsehen. Da die Stadt nun auch über Aufladestationen für Elektroautos verfügt und den Strom Büdinger Bürgern kostenlos zur Verfügung stellt, hat sich die Ehrenamtsagentur schließlich dafür entschieden, ein Elektroauto anzuschaffen. Etwa 10 000 Euro sind in ein gebrauchtes Elektroauto investiert worden - mit der Unterstützung vieler Sponsoren. Allen voran ist die VR Bank zu nennen, die über die Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung einen Betrag von 5000 Euro beisteuerte. "Wir unterstützen gerne demografische Projekte, die die Jugend oder aber das Alter fördern, und waren daher gerne bereit, die Anschaffung eines solchen Fahrzeuges zu fördern", erklärte Petra Kalbhenn von der VR Bank, die auch als Vorsitzende der Stiftung fungiert. "Die Anschaffung eines solchen Wagens ist ein tolles Projekt. Die Unterstützung, die damit für viele Menschen geleistet werden kann, ist enorm. Und da dieses Projekt sehr gut zu unserem Stiftungszweck und unseren Förderrichtlinien passt, sind wir gerne tätig geworden", so die Vorsitzende. Auch die BGAG-Stiftung Walter Hesselbach aus Frankfurt sowie die Diakoniestiftung Büdinger Land, die Stadt Büdingen, die den Strom zur Verfügung stellt, und der Pflegedienst Kremer konnten als Sponsoren für das Projekt gewonnen werden.
 
Peter Windhausen ist das Mitglied der Ehrenamtsagentur, der das Fahrzeug nicht nur wartet und betreut. Er wird künftig auch als Fahrer fungieren. "Natürlich kann das Elektroauto auch ausgeliehen werden. Wir haben zum Beispiel immer wieder auch einmal Menschen, die sich kein eigenes Auto leisten können. Diese Leute können gerne auf uns zukommen", so Windhausen.
 
Ruth Meiß ergänzte während der Übergabe des symbolischen Spendenschecks: "Wir freuen uns auch sehr über weitere ehrenamtliche Mitglieder, die sich in der kleinen Nachbarschaftshilfe (siehe Meldung auf dieser Seite) engagieren möchten. Wir haben zum Beispiel Menschen mit eingeschränkter Sehstärke, die zum Lesen und Ausfüllen von Formularen auf fremde Hilfe angewiesen sind. Auch ihnen hilft die Ehrenamtsagentur. Ebenso unterstützen wir mit unserem Hol- und Bringdienst solche Menschen beim Aufbau sozialer Kontakte."