Spende der Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung auch in diesem Jahr für Schülerinnen und Schüler der Brentano Schule

Durch die Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung unterstützte Berufsorientierung der TalenteWerkstatt - auch in diesem Jahr ein voller Erfolg

Hanau.Linsengericht. Für 12 Schüler/-innen der Brentano-Schule waren die letzten zwei Wochen sehr aufregend und abwechslungsreich. Im Rahmen der TalenteWerkstatt der Gesellschaft für Wirtschafts-kunde e.V. aus Hanau hatten sie, wie schon in den letzten Jahren, die Möglichkeit, sich in verschiede-nen Berufsfeldern praktisch auszuprobieren. Ein für die persönliche Berufsorientierung eines jeden Schülers erfahrungsgemäß prägendes Erlebnis. Seit 10 Jahren führt die GfW diese Maßnahme bereits durch, mittlerweile für ca. 70 % der Schulen im Main-Kinzig-Kreis.

„Wir halten es in der gegenwärtigen Situation am Ausbildungsmarkt für besonders wichtig, auch die Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen in ihrer beruflichen Orientierung zu unterstützen. Daher haben wir sehr gerne die TalenteWerkstatt mit einer Spende in Höhe von 3.000,00 Euro unterstützt, da sie hier die Möglichkeit haben, ganz praktisch in viele Berufsfelder hinein zu schnuppern,“ führte Vor-standsmitglied Norbert Ross von der Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen anlässlich der Scheckübergabe aus. Die beiden Schwerpunkte der Main-Kinzig- und Ober-hessen-Stiftung liegen im Bereich „Junge Menschen“ – Schule/Ausbildung und bei „Ältere Menschen“ – Lebensqualität, Pflege, medizinische Betreuung/Versorgung.

Praxisfelder in den Bereichen Farbe- & Raumgestaltung, Holz- bzw. Metallverarbeitung oder Bau-hauptgewerbe waren ebenso Bestandteil der Berufsorientierung wie auch kaufmännische Berufe, Pfle-ge, Kosmetik oder Hauswirtschaft. In all diesen Berufsfeldern konnten die Schülerinnen und Schüler der Förderschule erste praktische Eindrücke sammeln, und somit eine weitere Entscheidungsgrundla-ge für ihren persönlichen Weg schaffen. „Oft kommen junge Menschen zu uns, die beruflich nur an-satzweise oder gar nicht orientiert sind. Unsere TalenteWerkstatt war hier schon des Öfteren als rich-tungsweisend empfunden worden, und sei es nur, dass man in Einzelfällen ein Berufsfeld gänzlich für sich ausschließen konnte,“ so Susanne Goy, die Projektleitung der Berufsorientierung-Maßnahmen, schmunzelnd. „In den allermeisten Fällen können wir gute Empfehlungen mit auf den Weg geben, und oft bekommen wir noch Jahre später ein positives Feedback einzelner Teilnehmer.“

Die TalenteWerkstatt bietet eine Vielfalt an Erfahrungsmöglichkeiten und Informationen aus vielen Berufsfeldern. Die Schüler lernen sozusagen jeden Tag einen anderen Beruf kennen. Jeder Tag bietet eine neue Herausforderung in einem anderen Praxisfeld. Ganze Arbeitstage werden in der Zeit von 8.00 h bis 15:00 h simuliert, so dass die Schüler*innen einen guten Einblick in das jeweilige Arbeitsle-ben bekommen.

 

„Wir wollen mit dieser berufspraktischen Kompetenzfeststellung dazu beitragen, dass der Übergang von Schule in Ausbildung, also der Berufswahlprozess optimiert wird, somit Ausbildungsabbrüche, die immer noch zu viele sind, vermieden und dadurch die Fachkräftelücke vermindert werden kann“, erläutert Susanne Goy die Ziele dieser aufwendigen Maßnahme. „Damit für die Schüler ein wirklich-keitsnahes und sicheres Arbeiten und Erproben möglich ist, sollen die Berufsfelder in anforderungs-gerecht ausgestatteten Fachräumen und Werkstätten durchgeführt werden“, führt Goy weiter aus, und bedankte sich in diesem Zusammenhang ganz herzlich bei den unterstützenden Förderern, wie bei-spielsweise die Ludwig-Geißler-Schule oder die Eugen-Kaiser-Schule in Hanau, die neben den Praxis-räumen der GfW als „verlängerte Werkbank“ im wahrsten Sinne des Wortes agieren. Aber neben prak-tischer Unterstützung zählt natürlich jede finanzielle Unterstützung um mit Material und Werkzeugen immer wieder „am Ball“ zu bleiben und jedem Teilnehmer eine qualitativ hochwertige Teilnahme zu ge-währleisten. „Seit vielen Jahren haben wir in der Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung dafür einen verlässlichen Partner. Darüber freuen wir uns sehr,“ so Reinhold Maisch, Geschäftsführer der GfW ergänzend.

 

„Der Entwicklungsstand, die Motivation und die Erwartungen der Schülerinnen und Schüler in ihre be-rufliche Zukunft sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Anforderungen, die in der Berufswelt an sie gestellt werden, sind ihnen noch nicht vertraut. Diese beiden Seiten zueinander zu bringen, und somit auch Schüler mit dem Schwerpunkt Lernen in das duale Ausbildungssystem zu integrieren, ist das besondere Anliegen dieser Berufsorientierungsmaßnahme“, erläuterte Susanne Tuch, Koordinatorin der Berufsorientierung an der Brentano-Schule.

 

„Ein weiteres großes Plus sind die kleinen Lerngruppen bis max. 10 Schüler. Die freundlichen, kompe-tenten und professionellen Praxisanleiter in den Lerngruppen bieten den Schülern alle Möglichkeiten um sich in den verschiedenen Berufsfeldern auszuprobieren“, berichten Jürgen Schöner und Andrea Vormwald begleitende Klassenlehrer der Brentanoschule.

 

Am letzten Tag erhalten alle Schülerinnen und Schüler, die teilgenommen haben, eine Beurteilung, die von den einzelnen Betreuern im Laufe der zwei Wochen zusammengestellt wird. Die Ergebnisse wer-den mit den Schülern am letzten Tag in Einzelgesprächen besprochen, indem ihre Stärken und Nei-gungen hervorgehoben werden. Dies ist ein wichtiger Baustein in der Berufsorientierung, denn im nächsten Schritt sollen sich die Schülerinnen und Schüler für ein Berufspraktikum bewerben. Für die-sen Schritt erfahren sie schon in den Gesprächen für welche berufliche Richtung sie sich bewerben sollten. Auch können die personalisierten Zertifikate und Bewertungen im Rahmen der Bewerbungen mit an die Betriebe verschickt werden. „Aufgrund unserer langjährigen Bekanntheit des Projektes Ta-lenteWerkstatt ist das Projekt vielen Betrieben in der Region bekannt“, ergänzt Goy, „so bekamen wir schon einige Male die Rückmeldung, dass es vorgekommen ist, dass bei einer Praktikumssuche das Qualitätsmerkmal TalenteWerkstatt als Türöffner hilfreich geworden ist“.

 

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierten die Schüler/-innen ihren Eltern und der Schulleitung die durchgeführten Praxisfelder in Form von eigens hierfür angefertigten PowerPoint-Präsentationen. Zukünftig könnte dieser Part noch durch Erstellung eines Videotagebuch ergänzt werden. „Wir orientie-ren uns immer wieder am Trend der Zeit“, ergänzt Maisch „denn unsere Aufgabe ist es, die jungen Menschen in der kurzen Zeit, die wir sie bei uns im Haus haben, optimal auf die heutigen beruflichen Gegebenheiten vorzubereiten“. Anschließend wurde den Teilnehmenden ein Zertifikat/Kompetenzprofil überreicht, welches die individuellen Stärken und Talente der Schüler ausführlich dokumentiert. Mit einem präziseren Selbstbild und neuen Zielen für die eigene Zukunft beendeten die Schüler/-innen die prägende Veranstaltung.

Allgemeines zur TalenteWerkstatt:

 

Die TalenteWerkstatt wird aus Mitteln des Berufsorientierungsprogrammes (BOP) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und durch Mittel des Hessischen Wirtschaftsministeriums finanziert. Regionale Unterstützung kommt im Jahr 2019 von der Peter Fuld Stiftung, der Pro Region Stiftung, der Hanauer Bürgerstiftung und den Firmen its plan, Boxenstopp Lilienthal und Restaurant Park Hanau.

 

Ab Januar 2019 beginnt die neue Vertragsperiode, die bis zum Ende des Schuljahres 2019/2020 dauert.Talente erkennen und aufzeigen ist das Ziel dieser umfangreichen Kompetenzfeststellung. Die Schülerinnen und Schüler lernen unterschiedliche Berufsfelder kennen, um ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten anhand von berufsspezifischen Aufgaben für die Berufswahlfindung selbst zu entdecken.

 

Sie erhalten ein Zertifikat und ein ausführliches Kompetenzprofil, welche als hervorragende Grundlagen für spätere Bewerbungen bei einem potentiellen Arbeitgeber dienen können. Für die meisten Schüler ist es das erste „praxistaugliche Zeugnis“, das ihre individuellen Stärken aufzeigt.

„Die Erfahrungen mit der TalenteWerkstatt haben gezeigt, dass sich diese Maßnahme auch positiv auf die persönliche Entwicklung sowie das Lern- und Arbeitsverhalten der Schüler auswirkt“, berichteten zufriedene Lehrer und Schulleiter.

 

Durchgeführt wird die TalenteWerkstatt von der Gesellschaft für Wirtschaftskunde e.V. (GfW), dem Bildungswerk der Wirtschaft, mit Standorten in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern in Kooperation mit regionalen Partnern.

Für das Kalenderjahr 2019 haben sich rund 1.230 Förder-, Haupt-, Realschüler und Gymnasiasten aus 25 Schulen des MKK, der Stadt HU, Stadt und Landkreis OF und Frankfurt angemeldet. 2018 haben 1.092 Schüler/-innen dieser Schulformen und der Region an der TalenteWerkstatt teilgenommen.