Das WEG investiert mit acht 3D-Druckern in Zukunftstechnologie 

Ob es um das 3D-Modell eines Kegels im Mathematikunterricht oder um die Designer-Handyhülle im Fach Kunst geht: In Zukunft wird am WEG nicht mehr ausschließlich entworfen, berechnet und gezeichnet. Mit insgesamt acht neuen 3D-Druckern können die Schülerinnen und Schüler bald ihre Ideen als Objekte ausdrucken und mit nach Hause nehmen. „Das ist eine große Chance für die Schülerinnen und Schüler, mit einer so zukunftsweisenden Technologie bereits in der Schule vertraut zu werden“, betont Dr. Werner Frank, der Initiator des Projektes ist und am WEG die Fächer Mathematik und Physik unterrichtet.

Möglich wurde diese Investition zu einem großen Teil durch eine Spende der Main-Kinzig- und Oberhessenstiftung der VR-Bank. Vorstandsvorsitzende Petra Kalbhenn und Vorstandsmitglied Manfred Bress zeigten sich begeistert von dem Projekt und waren extra angereist, um den Scheck zu überreichen. Einen Prototypen der Drucker konnten sie direkt vor Ort bestaunen. „Das Ziel unserer Stiftung ist es, die Region dadurch zu stärken, dass wir hier mit solchen Möglichkeiten in die Bildung und Berufschancen der Schülerinnen und Schüler investieren“, so Kalbhenn. Wer an seiner Schule so innovativ gefördert werde, komme nach dem Studium auch gerne in die Heimat zurück. Davon profitierten alle.

Für die Nutzung der Geräte steht der fächerverbindende Gedanke im Vordergrund. Angedacht sind AGs und eine Schülerfirma. „Das wäre doch großartig, wenn die Schule zum Beispiel WEG-Schlüsselanhänger bei der Schülerfirma in Auftrag gäbe“, schwärmt Schulleiter Oliver Eissing von den neuen Möglichkeiten. „Auf diese Weise erleben die Schülerinnen und Schüler, dass ihre Produkte Anerkennung und Verwendung finden“, so Eissing weiter.

Aber die Drucker werden als Bausatz geliefert und müssen erst einmal zusammengeschraubt werden. Hier kommen die Tüftlerinnen und Tüftler des Gymnasiums auf ihre Kosten, denn auch diesen Teil der Techniknutzung sollen die Schülerinnen und Schüler selbst bewältigen. So wird der Ingenieur-Nachwuchs von Anfang an mit den Geräten eng vertraut und es muss keine Wartungsfirma bestellt werden, nur weil sich mal eine Achse verzieht oder ein Kabel löst. Lange Ausfallzeiten der Geräte werden damit ebenso vermieden.
 

hinten v.l.n.r.: Dr. Jörg Prohaska, Manfred Bress, Oliver Eissing  vorne: Dr. Werner Frank, Petra Kalbhenn

Zum schulischen Lernen gehöre aber auch, über Fehldrucke Probleme im Entwurf zu erkennen und es so lange zu probieren, bis das Ergebnis den Vorstellungen entspreche. „Damit wir dabei die Umwelt nicht unnötig mit Kunststoffen belasten, war es mir wichtig, dass wir Druckermodelle anschaffen, die mit Biomaterialien arbeiten“, so Fachbereichsleiter Dr. Jörg Prohaska. Das so genannte Filament, eine kunststoffartige Schnur, die im Drucker erhitzt und dann auf das Druckbett des 3D-Druckers aufgetragen wird, besteht deshalb aus Maisstärke und Milchsäure und lässt sich problemlos kompostieren. Insgesamt sind die Geräte eine Investition in Nachhaltigkeit, denn sie werden zunehmend dafür eingesetzt, beispielsweise im Maschinenbau oder in der Flugzeugindustrie schnell und vor Ort Ersatzteile zu produzieren, die es entweder gar nicht mehr gibt oder nur mit großem Aufwand zu beschaffen sind. Auch Zahnimplantate oder passgenaue Hörgeräte kommen schon heute aus dem 3D-Drucker. Die Schule wird sich erstmal an kleineren Projekten versuchen. Aber vielleicht entdeckt die eine oder der andere seine Begeisterung für technische Berufe und ebnet sich mit seinem Vorwissen den Weg ins Studium.

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